Der perfekte Golfball

Golfbälle auswählen

Wenn es um die Auswahl des Equipments auf dem Golfplatz geht, darf der passende Ball natürlich nicht fehlen. Dabei handelt es sich natürlich um mehr als nur eine runde weiße Kugel – inzwischen steckt viel Technologie in der Konzeption und Herstellung der Golfbälle, sodass für unterschiedliche Spielstärken, Schwunggeschwindigkeiten und Handicaps auch verschiedene Bälle infrage kommen. Gleichzeitig spielen persönliche Faktoren und das individuelle Ballgefühl eine Rolle. Wie sich Golfbälle voneinander unterscheiden können und woran Sie den perfekten Golfball für Ihr eigenes Spiel erkennen, lesen Sie hier.

Über den Aufbau eines Golfballs

Nicht nur im wahren Leben, sondern auch beim Golfball zählen die inneren Werte. So lassen sich Golfbälle in verschiedene Kategorien einteilen, die auf die [b]Anzahl der Schichten im Ball[/b] abzielen. Das bestimmt nicht nur den Preis, sondern nimmt einen entscheidenden Einfluss auf die Flugeigenschaften, das Ballgefühl und die Härte. Prinzipiell lassen sich Golfbälle in die folgenden Konstruktionen differenzieren:

  • 1-Piece-Golfbälle: Diese Golfbälle werden aus einer einzelnen Schicht aufgebaut, sodass der Kern und die äußere Hülle zusammengehören. Sie bestehen zumeist aus Surlyn und verfügen über eingeschweißte Dimples. Das macht sie besonders langlebig und günstig. Nicht zuletzt deswegen sind diese Golfbälle vor allem auf der Driving Range und im Golfbag von Anfängern zu finden. Allerdings ist die Schlagweite eher kurz, und auch die Richtungsstabilität lässt zu wünschen übrig
  • 2-Piece-Golfbälle: Daher setzen die meisten Anfänger und fortgeschrittene Spieler mit einem höheren Handicap auf zweischichtige Golfbälle. Diese Varianten setzen sich aus einem massiven Kern und einer Ummantelung aus Surlyn zusammen, sodass sie gleichzeitig günstig und langlebig sind. Zusätzlich verbessern sich die Abschlagweite und die Kompression. Das Schlaggefühl und die Ballkontrolle bleiben aber weiterhin mäßig
  • 3-Piece-Golfbälle: Fortgeschrittene Golfer setzen hingegen auf 3-Piece-Golfbälle, die aus einem Kern, einer Hartgummi-Schicht und einer Schale verfügen. Dafür kommen – je nach Modell und Hersteller – verschiedene Dualkerne aus Harz infrage. Während der Preis für diese Golfbälle steigt, verbessern sich auch die mögliche Ballkontrolle und die Abschlagweite. Dafür lässt die Robustheit nach, sodass diese Bälle eine kürzere Lebenszeit besitzen. Für Golfanfänger empfehlen sich diese Golfbälle nicht mehr, da eine recht hohe Schlaggeschwindigkeit und eine geringe Fehlerquote für das beste Ergebnis sorgen
  • 4-Piece- und Multilayer-Golfbälle: Darüber hinaus gibt es noch Golfbälle mit vier oder sogar mehr Schichten, die sich ideal für Fortgeschrittene mit einem niedrigen Handicap und für Profispieler eignen. Diese Golfbälle zeichnen sich durch eine sehr große Schlagweite und eine maximale Kontrolle aus, sodass sich der Ballflug in der Luft formen lässt. Gleichzeitig lässt sich viel Spin erzeugen. Im Gegensatz zu anderen Ballarten sind diese Golfbälle allerdings ziemlich teuer und dabei nur wenig langlebig

Worin unterscheiden sich Golfbälle voneinander?

Neben der Anzahl der Schichten gibt es weitere Faktoren, die die Eigenschaften eines Golfballs beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise das Material, die Schichtdicken und die Anordnung und Anzahl der Dimples. Generell kann gesagt werden, dass sich die Golfbälle vor allem hinsichtlich der folgenden Eigenschaften voneinander unterscheiden:

  • Kompression und Härte: Wie stark sich ein Golfball beim Schlag komprimieren lässt, hängt primär mit der Härte zusammen. Harte Bälle lassen sich wenig „zusammendrücken“ und erlauben vor allem Golfanfängern viel Distanz ohne spezifische Ballkontrolle. Je weicher der Ball wird, desto besser sind auch die Kontrolle und der Spin
  • Spin: Apropos Spin – mit diesem Begriff werden die Rotationseigenschaften beschrieben, die sich auf die Richtungsstabilität und das Ausrollverhalten des Balls auswirken. Golfbälle mit wenig Spin fliegen gerade und weit, bei einem mittleren Spin kommt mehr Ballgefühl hinzu. Weiche Golfbälle mit viel Spin verstärken die Schlägerrotation im Flug, sodass sie sich stärker um sich selbst drehen. Dadurch werden größere Flughöhen und mehr Ballkontrolle möglich. Fortgeschrittene Spieler und Profis können regelrecht dafür sorgen, dass sich der Ball auf dem Grün „hinsetzt“ und nicht ausrollt
  • Ballflug und Dimples: Als „Dimples“ werden die kleinen Dellen auf dem Golfball bezeichnet, die für eine Reduktion des Luftwiderstands im Flug sorgen – so fliegt der Ball weiter, da die Angriffsfläche für Luft, Feuchtigkeit, Wind und Co. reduziert wird. Die Anordnung und Anzahl der Dimples ist nicht immer gleich, sondern wird vom Hersteller entschieden. So sind zwischen 300 und 450 Dimples möglich. Das nimmt einen entscheidenden Einfluss auf den Ballflug und die Flugweite.

Höher, weiter, schneller – die Sondereigenschaften von Golfbällen

Nicht nur die „harten Fakten“, sondern auch viele individuelle Faktoren spielen bei der Auswahl des Golfballs eine Rolle. Dazu gehören neben der eigenen Schwunggeschwindigkeit und dem Handicap auch das Schlaggefühl im Treffmoment und die Treffgenauigkeit des Spielers. Diese Aspekte sollten zusätzlich zu Spin, Härte, Kompression und Co. bedacht werden.

Um sowohl Anfängern als auch fortgeschrittenen Golfer gerecht zu werden, bieten die meisten Hersteller Golfbälle mit speziellen Eigenschaften und Ausrichtungen an. Darunter fallen beispielsweise Distanzbälle, Premiumbälle, Damen-Golfbälle und Tourbälle. Insbesondere Distanzbälle zeichnen sich dadurch aus, dass sie kleinere Fehler problemlos verzeihen und mit wenig Spin für viel Flugweite sorgen. Premiumbälle gelten hingegen als gute Allrounder, die weniger Spinrate als Tourbälle besitzen und eine gute Ballkontrolle ermöglichen.

Spezielle Damenbälle bieten einen weichen Kern und ein weiches Spielgefühl, sodass sie auch von Spielern mit niedrigerer Schlaggeschwindigkeit infrage kommen. Gleichzeitig entsteht eine hohe Toleranz für Fehlschläge. Übrigens sollte der Begriff „Damenball“ nicht zu ernst genommen werden – Spielerinnen können natürlich auch andere Bälle spielen, männliche Golfer dürfen diese Ballart ebenfalls verwenden.

Als Tourbälle werden Modelle bezeichnet, die im Regelfall mehr als drei Schichten besitzen und über eine fortschrittliche Ausstattung verfügen. Sie kombinieren eine weiche Schale aus Urethan mit viel Spin und einer optimalen Kompression. Das macht sie allerdings schwer kontrollierbar, weshalb sie eher für fortgeschrittene Golfer und Profis infrage kommen.

Die Zahl auf dem Golfball erhöht den Erkennungswert

Wer ein Paket Golfbälle kauft, stellt schnell einen Unterschied zwischen den einzelnen Exemplaren dar – und zwar die aufgedruckte Nummer. Diese reicht bei den meisten Herstellern von 1 bis 4, einige Varianten können aber auch 9 hochgehen. Tatsächlich sagt diese Zahl nichts über den Ball und seine Eigenschaften aus. Stattdessen dient sie der Identifikation auf dem Platz.

Spielen Sie und Ihr Flightpartner zum Beispiel das gleiche Ballmodell in der gleichen Farbe und landen Sie mit dem Schlag nah beieinander, so können Sie Ihren Ball anhand der Nummer ganz einfach identifizieren. Gleiches gilt, wenn Sie einen provisorischen Ball schlagen und beim Fund nicht sicher sind, ob es der erste oder der zweite Golfball war.

Zweistellige und dreistellige Zahlen auf dem Ball können hingegen für Modellnummern, Kompression und sogar Anzahl der Dimples stehen. Allerdings ist diese Nummer auf allen Bällen im Paket gleich, sodass sich eine entsprechende Markierung recht einfach unterscheiden lässt.

Das Handicap und die Wahl des passenden Golfballs

Das Handicap nimmt ebenfalls eine Einfluss auf die Wahl des perfekten Golfballs. Insbesondere Golfanfänger und Spieler mit einem recht hohen Handicap (über 24) sollten sich für Bälle entscheiden, die recht hart sind und einen geringen Spin aufweisen. Das macht zwar die Landung auf dem Grün etwas schwieriger, unterstützt Sie aber in allen anderen „Lebenslagen“ auf dem Golfplatz. So sind diese (zumeist zweischichtigen) Golfbälle für eine geringe Fehleranfälligkeit konzipiert und bieten ein gutes Gefühl im kurzen Spiel. Sie lassen sich in der Luft weniger formen, was für den Anfang aber vollkommen ausreicht.

Spielen Sie mit einem mittleren Handicap (ca. 10 bis 24), so kommen Distanz, Formbarkeit und Spin immer mehr Bedeutung zu. Dann lohnt sich der Einsatz von Distanzgolfbällen mit zwei bis drei Schichten. Dadurch erreichen Sie mehr Spin und Kontrollierbarkeit des Ballflugs, müssen dafür aber etwas Fehleranfälligkeit bei schlechteren Schlägen in Kauf nehmen.

Golfer mit einem niedrigen Handicap sollten sich hingegen für Premiumbälle oder Tourbälle entscheiden. Diese sorgen für eine sehr gute Schlagweite, viel Spin und eine gute Kontrolle bei hoher Schlaggeschwindigkeit. Beliebt sind vor allem die Spitzenmodelle der Marken Titleist, Callaway und Bridgestone.

Prüfen Sie beim Kauf der Golfbälle auch den Preis. Teure und vielschichtige Golfbälle lohnen sich eher, wenn Ihr Handicap bereits etwas geringer ist und Sie mehr Erfahrung mit den Bällen gesammelt haben. Insbesondere am Anfang gehen nicht wenige Golfbälle verloren (man denke etwa an das tiefe Gras oder den strategisch platzierten Teich), sodass ansonsten schnell ein Loch in der Tasche entsteht. Sogar Lakeballs können sich lohnen.

Welcher Golfball ist am besten zu sehen?

Während Golfbälle früher klassischerweise weiß waren, lässt sich inzwischen eine bunte Vielfalt auf dem Golfplatz (und auch auf der Driving Range) beobachten. Gleich bleibt, dass es sich entweder um helle oder um knallige Farben handelt – ansonsten würde die Sichtbarkeit darunter leiden, sodass der Ball im Rough nur noch schwer wiederzufinden wäre. Was die Farbauswahl angeht, haben Sie daher die Qual der Wahl. Selbst mehrschichtige Modelle vieler namenhafter Hersteller sind in Gelb, Orange, Pink und Co. erhältlich.

Auch Muster (wie beispielsweise eine Fußball-Optik) werden immer beliebter. Neben dem modischen Aspekt spielt aber auch die Sichtbarkeit eine verstärkte Rolle. Insbesondere beim Wintergolf können weiße Bälle schneller verloren gegen als solche in kräftiger Leuchtfarbe. Gleiches gilt für schlechte Sichtverhältnisse und hohes Gras. Hinzu kommt, dass die Unterscheidbarkeit zu den Golfbällen Ihrer Flightpartner steigt – und Sie den Golfball an Ihren persönlichen Geschmack anpassen können.

Der perfekte Golfball – ein kurzer Überblick

Bei der Auswahl des perfekten Golfballs müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Diese reichen vom Aufbau des Balls bis zur Kompression, der Härte, dem Spin und persönlichen Aspekten wie dem Handicap, der Schlaggeschwindigkeit und eignen Präferenzen. Auch die Farbe und die Anschaffungskosten spielen eine Rolle. Daher lohnt es sich, verschiedene Modelle und Hersteller auszuprobieren – so sind Sie auf dem Golfplatz mit dem idealen Golfball gewappnet.

Quellen:
https://www.golfhouse.de/golfbaelle-welche-passen-zu-ihnen.400.htm
https://www.stern.de/vergleich/golfball/
https://www.golfpost.de/golfball-ratgeber-777789618/

Foto: Depositphotos.com @ mikdam

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