Links Course Golf

links course golf

Was versteckt sich hinter diesem Begriff?

Ist von „Links Course Golf“ oder kurz „Links Golf“ die Rede, wird kein Spieler mit Linkshänder-Golfschlägern gemeint – stattdessen wird damit eine bestimmte Art von Golfplatz bezeichnet. Der Begriff geht auf historische Plätze in Großbritannien zurück und beschreibt eine Lage zwischen Meeresküste und Festland. Dadurch entstehen besondere Verhältnisse, die den golferischen Aspekt zu einem Erlebnis machen. Was die besonderen Merkmale dieser Golfplätze sind, wie sich die Gegebenheiten auf die Bespielbarkeit auswirken und warum Sie einen solchen Course unbedingt ausprobiert haben sollten, lesen Sie hier.

Was bedeutet „Links Course Golf“?

Bei einem „Links Course“ bzw. „Links Course Golf“ handelt es sich um eine Golfplatzart, die sich per Definition zwischen der Meeresküste und dem befestigen Boden im Innenland befindet. Die Bezeichnung geht dabei auf das englische Verb „to link“ („verbinden“) zurück. Diese Plätze reihen sich als Hauptstil neben typischen Parklands und Wüsten in die bunte Landschaft des Golfs ein. Im Gegensatz zu den anderen Varianten gelten sie allerdings als weniger versöhnlich, weil in Küstennähe viele Elemente aufeinandertreffen – von Wind über natürliche Vegetation bis hin zu rauen Bedingungen.

Anders als viele reguläre Golfplätze im „Inland“ wird bei Links Courses viel Wert auf die natürliche Beschaffenheit des Geländes gesetzt. So wird ein solcher Golfplatz typischerweise wenig geformt und stattdessen so natürlich wie möglich behalten. Das wirkt sich sowohl auf die Bespielbarkeit als auch auf den sandigen Boden und die tiefen Topf-Bunker aus.

Ein kurzer Rückblick in die Historie

Historisch betrachtet ist Links Golf so alt wie der Sport an sich. Der Ursprung wird der Ostküste Schottlands zugeschrieben, wo viel vom klassischen Linksland zu finden ist. Es verbindet die (agrikulturell wenig brauchbare) Dünenlandschaft mit dem Ackerland und zeichnet sich als freie und offene Fläche aus – ideale Bedingungen für das Golfspiel. Viele berühmte Plätze (wie der Old Course at St Andrews) lassen sich der Links-Kategorie zuschreiben und ermöglichen eine Rückdatierung bis in das Jahr 1552.

Inzwischen haben sich die Begrifflichkeit und das Marketing rund um Links Course Golf leicht verändert. Da die notwendigen Bodenbeschaffenheiten vielerorts unter Naturschutz stehen, lassen sich nur 160 „tatsächliche“ Links-Plätze nennen. Diese werden oftmals unter den Bezeichnungen „True Links“ oder „Classic Links“ geführt. Hinzu kommt, dass viele andere Golfanlagen eine besondere Qualität des Platzes erzeugen wollen, wenn sie mit der Bezeichnung „Links“ ausgestattet werden. So greifen diese Golfclubs den Begriff weit auf und machen ihn interpretierbar.

So wirkt sich der Links Course auf die Bespielbarkeit aus

Die rauen Naturbedingungen beim Links Course Golf sorgen dafür, dass auch das Spielgefühl auf eine spezielle Art und Weise beeinflusst wird. Hochwachsende Pflanzen sind nur sehr selten zu finden, sodass Sie den Wind vom Abschlag bis zum Grün zu spüren bekommen. Gleichzeitig gehören ein sandiger Boden und harte Fairways zu den typischen Merkmalen. Diese sind oftmals tief eingelassen, weshalb Sie einen Golfschlags ins Unbekannte wagen müssen. Das wird belohnt – durch die geringe Feuchtigkeit des Bodens rollt der Ball weit aus.

Was auf den Fairways für mehr Schlagdistanz sorgen kann, wird auf den Grüns natürlich schnell zum Problem. Hier rollt der Golfball praktisch sofort wieder herunter, wenn Sie das Grün nicht hoch und mit viel Spin anspielen. Viele Golfer optieren daher zum ]“Bump and Run“ und putten bereits vom Fairway. Die meisten Links Courses folgen übrigens dem traditionellen Out- und In-Routing: Die ersten 9 Löcher führen entlang der Küste vom Clubhaus weg, die Back 9 kommen parallel zum Landesinneren zurück.

Eine weitere Besonderheit sind die tiefen Sandbunker mit hochgezogenen Wänden. Diese „Topfbunker“ bzw. „Potbunker“ machen ein Herausspielen schwierig und sind gerne vielzählig auf den Links-Plätzen zu finden. Über „Knubbel“ und kleine Erhöhungen im Boden springt der Golfball schnell durch die Gegend, und auch das Rough in den Dünen lässt sich nur schwer ausspielen. Auf den Links Courses kämpft Golf auf jedem Loch mit der Natur – das ist zwar herausfordernd für Golfer auf jedem Niveau, erzeugt aber zugleich ein unbeschreiblich schönes Spielgefühl.

Links Golf hat nichts mit „Lefties“ zu tun

Eine wichtige Unterscheidung muss zwischen den Begriffen „Links Course Golf“ und „Golf Linkshänder“ gemacht werden. Während sich die erste Bezeichnung auf eine Art von Golfplätzen bezieht, sind „Lefties“ Spieler mit einer dominanten linken Hand. Im Gegensatz zu den meisten anderen Golfern stehen sie rechts vom Ball und tragen ihren Handschuh an der oberen rechten Hand. Darüber hinaus spielen diese Golfer mit speziellen Linkshänder-Schlägern. Ein Links Course ist natürlich für alle – sowohl Rechtshänder- als auch Linkshänder-Golfer – gleichermaßen geeignet.

Gute Gründe, einen Links Course zu spielen

Der Golfsport bietet eine Vielzahl an Herausforderungen, die sich aus einer Kombination aus Können, Equipment und Beschaffenheit des Golfplatzes zusammensetzen. Nicht zuletzt wegen des dritten Punktes lohnt es sich für jeden Golfer, die Besonderheiten eines Links Courses am eigenen Leib zu erfahren. Natürlich brauen Sie keine speziellen Gründe, um einen solchen Golfplatz auszuprobieren – wir möchten Ihnen aber trotzdem gerne unsere besten Argumente für ein solches Abenteuer nennen:

  • Der Wind als Freund und Feind: In Nähe der Meeresküste finden sich wenig Bäume und Sträucher, die einen effizienten Schutz gegen den rauen Wind bieten könnten. Daher kann der Sturm wortwörtlich aus allen Richtungen kommen. Diese herausfordernden Bedingungen stellen einen wahren Test dar – für Anfänger und für fortgeschrittene Golfer gleichermaßen
  • Harte und schnelle Böden: Dank des sandbasierten Untergrunds und der geringen Bodenfeuchtigkeit sind Links Courses von einer besonderen Härte geprägt. Das macht die Fairways schnell und tricky. Nicht zuletzt deswegen wird oftmals von einer „Bump and Run“-Spielweise auf diesen Plätzen gesprochen
  • Putting aus Distanz: Durch den flachen Aufbau der Landschaft sind die meisten Grüns nicht nur ausladend, sondern gleichzeitig flach – ohne viel Spin ist es fast unmöglich, den Golfball zum „Sitzen“ zu bringen. Deswegen werden die Grüns gerne aus mehr Distanz mit dem Putter angespielt. Es lohnt sich, diese Strategie auszuprobieren
  • Tiefe Top-Bunker als Herausforderung: Ein weiteres typisches Charakteristikum von Links Course Golf sind die tiefen runden Bunker mit hoher Bunkerwand. Diese sogenannten Topfbunker machen das Herausspielen anspruchsvoll, sodass Höhenflug und Nervenzusammenbruch in diesem Sand oftmals aufeinandertreffen
  • Das Rough als Strafe: Das raue Dünengras macht es Ihnen schwer, sobald Sie die langgezogenen und tiefen Fairways verlassen müssen. Auch Schläge „ins Unbekannte“ kommen nicht oft vor, was für Nervenkitzel sorgt
  • Kreativität ist gefragt: Prinzipiell lässt sich über Links-Golfplätze sagen, dass Ihre eigene Kreativität im Spiels niemals zu kurz kommt. So bieten diese Courses eine spannende Abwechslung zu typischen Parklands oder Wüsten. Spielen Sie den Golfball am besten flach und sprechen Sie ihn auf dem Tee tief an – das sorgt für beste Voraussetzungen

Erwähnenswerte Vertreter der Links Courses

Obwohl klassische Links Courses nur sehr spärlich gestreut sind, haben prozentual gesehen viele dieser Plätze eine regelrechte Berühmtheit erlangt. Sowohl auf der PGA Tour als auch auf der DP World Tour sind einige wichtige Plätze Vertreter dieser Art. Darüber hinaus gibt es auch in Deutschland einige Golfplätze, die dieser Kategorie zugehörig sind. Namenhaften Links Course Golf spielt man insbesondere an den folgenden Orten:

  • Old Course at St Andrews: Der wohl bekannteste Link Course ist der „Ursprung des modernen Golfs“ und findet sich in Schottlands ältesten und bekanntesten Golfplatz. Trotz seiner massiven Bekanntheit ist der Old Course nach wie vor öffentlich und kann auch von Amateuren bespielt werden
  • Royal St George’s: In Sandwich (Kent) im schönen England ist dieser ursprüngliche Links Course zu finden, der sich durch eine bedeutende Golfgeschichte auszeichnet und bereits seit den 1880er-Jahren zu den Austragungsorten vieler Turniere zählt. Berühmt ist er vor allem als wiederkehrender Austragungsort der Open Championship
  • Royal Lytham & St Annes: Dieser Golfclub aus England wurde 1886 gegründet und liegt nicht nur nah am Stand, sondern auch von Gebäuden des Ortes umgeben. Seit 1926 wird regelmäßig das British Open auf diesem anspruchsvollen Golfplatz ausgefochten. Auch zwei Ryder-Cup-Begegnungen (1961 und 1977) stehen auf der Liste
  • GC Budersand auf Sylt: Für ein wahres Golferlebnis auf einem Links Course in Deutschland sorgt der GC Budersand auf Sylt. Neben 90 Topfbunkern, einer kargen Dünenlandschaft und unberechenbaren Seewinden finden Sie hier außerdem ein Clubhaus mit Blick auf das norddeutsche Wattenmeer
  • WinstonLinks: Auch der Winston Links, der zur Golfanlage WINSTONgolf in Schwerin gehört, ist ein typischer Vertreter des Links Course Golf. Er wurde nach schottischem Vorbild errichtet und besticht durch romantische Dünenlandschaften und tiefe Sandbunker

Links Course Golf – ein kurzer Überblick

Als Links Course Golf wird das Spielen auf Plätzen bezeichnet, die dem schottischen Vorbild folgen und zwischen dem Ackerland und der Dünenlandschaft am Meer zu finden sind. Durch diese besondere Lage ergeben sich spezielle Bedingungen – so golfen Sie mit Wind auf einem kargen Sandboden, umgeben von Topfbunkern und Küstenlage. Das macht die Fairways schnell und die Grüns noch viel schneller. Als Golfer auf jedem Niveau lohnt es sich, diese ursprünglichen Golfplätze auszuprobieren und sich der Natur zu stellen.

Quellen:
https://www.exklusiv-golfen.de/golfsport/links-golf-was-bedeutet-links-golf-86680-2
https://de.wikipedia.org/wiki/Links_(Golf)
https://www.golfpost.de/links-golf-eine-natuerliche-herausforderung-77773601/

Foto: Depositphotos.com @ CarlosNeto

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